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Themen

Remanufacturing und zirkuläre Geschäfts­modelle

Ein Bauteil, das wiederaufbereitet wird, spart einen großen Teil des Materials und der Energie eines Neuteils – und eröffnet neue Geschäfte.

Begriffe

Die Re-X-Strategien

  1. Wiederverwenden (Reuse)Ein Teil wird ohne Aufarbeitung erneut genutzt.
  2. Reparieren (Repair)Ein Defekt wird behoben, das Teil bleibt beim Nutzer.
  3. Aufarbeiten (Refurbish)Ein Teil wird überholt und in einen guten Gebrauchszustand gebracht.
  4. Refabrizieren (Remanufacture)Ein Altteil wird industriell zerlegt, geprüft und so wiederaufgebaut, dass es einem Neuteil gleichwertig ist – mit Gewährleistung.
  5. Recyceln (Recycle)Nur das Material wird zurückgewonnen; das Bauteil selbst geht verloren.

Je weiter oben eine Strategie steht, desto mehr Wert, Material und Energie bleiben erhalten.

Ablauf

Wie eine Refabrikation abläuft

  1. RücknahmeDas Altteil („Core“) kommt zurück – oft über ein Pfand oder als Tauschteil.
  2. DemontageZerlegen bis auf die Einzelteile; hier zeigt sich, ob das Produkt dafür gestaltet ist.
  3. ReinigungIndustrielle Reinigung, Voraussetzung für jede Prüfung.
  4. Prüfung und SortierungJedes Teil wird geprüft: wiederverwendbar, aufzuarbeiten oder zu ersetzen.
  5. AufarbeitungVerschleißteile werden ersetzt, Flächen und Funktionen wiederhergestellt.
  6. MontageWiederaufbau nach Serienstandard.
  7. EndprüfungFunktionsprüfung wie beim Neuteil – danach geht das Teil mit Gewährleistung in den Markt.

Qualitätssicherung, Prüfung und Reinigung entscheiden darüber, ob die Refabrikation zuverlässig und wirtschaftlich gelingt – sie waren Schwerpunkt unserer Symposien zu Innovation und Automatisierung im Remanufacturing.

Geschäftsmodelle

Womit sich Geld verdienen lässt

Tauschteil mit Pfand

Kunden erhalten ein refabriziertes Teil und geben das Altteil zurück. Der Hersteller sichert sich so den Rohstoff für die nächste Runde.

Reparatur als Dienstleistung

Elektronische Bauteile werden repariert statt ersetzt – wie im Reparlab von Forvia, das wir besucht haben.

Zweites Leben für Maschinen

Produktionsanlagen werden am Ende ihres ersten Lebens zurückgekauft, überholt und als Gebrauchtanlage mit neuer Steuerung wieder eingesetzt – Beispiel Maneko.

Nutzung statt Verbrauch

Aus einem Verbrauchsprodukt wird ein Angebot, bei dem das Produkt länger genutzt und zurückgeführt wird – wie bei Soudobeam, vorgestellt in unserem Webinar in Lüttich.

Retrofit

Vorhandene Fahrzeuge und Anlagen werden umgerüstet statt ersetzt, etwa vom Verbrenner auf Elektroantrieb.

Für Ihr Unternehmen

Was sich daraus ergibt

  • Kosten: weniger Material und Energie als für ein Neuteil, oft deutlich geringere Herstellkosten.
  • CO₂: refabrizierte Teile verursachen nur einen Bruchteil der Emissionen eines Neuteils – ein Hebel für den Produkt-Fußabdruck, den Kunden zunehmend verlangen.
  • Versorgungssicherheit: kritische Rohstoffe wie Seltene Erden in Magneten bleiben im Kreislauf.
  • Neue Erlöse und Kundenbindung: Ersatzteil-, Service- und Rücknahmegeschäft über die ganze Lebensdauer.
  • Was es braucht: demontagegerechtes Ökodesign – geschraubt statt verpresst –, eine Rücknahmelogistik, Zugang zu Produktdaten und Antworten auf Fragen der Cybersicherheit bei elektronischen Bauteilen.

Mehr dazu in unseren Veranstaltungen – Tech-Site-Visits, Symposien und Webinaren – und im Demonstrator EcoDesign.

Ihr Termin bei uns

Sie sind ein Automobilunternehmen in der Großregion?

Dann sprechen Sie mit uns über Ihre Themen. Buchen Sie einen Termin – bei Ihnen vor Ort oder per Videokonferenz.

  • CO₂-Messung
  • Ökobilanz (LCA)
  • Re-X-Strategien
  • Re-X-Methoden
  • Digitaler Produktpass (DPP)
  • Lkw und Logistik
  • Ökodesign

Re-X: Wiederverwenden, Reparieren, Wiederaufbereiten, Recyceln. DPP: digitaler Produktpass, der Daten zu Material, Herkunft und CO₂ eines Produkts bündelt.

So läuft die Erstberatung

  • Kostenlos für Unternehmen aus der Großregion
  • Zwei Stunden bei Ihnen vor Ort oder online
  • Oder ein halber Tag an der Hochschule – mit den Demonstratoren

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